Welche speziellen Hilfen gibt es für Kinder mit ADHS?

In dem Video wird Dir erklärt, wie Max und Lisa geholfen wurde und was dadurch im Alltag der beiden jetzt besser läuft.

Klicke doch mal drauf und sieh es Dir an!

In 6 Schritten zeigen wir Dir, was Du selbst alles machen kannst, um Dir zu helfen, wenn Du ADHS hast:


1. Verschaffe Dir Klarheit über Deine Probleme!
Überleg genau, welche Probleme Du hast.
Dabei ist es wichtig, dass Du ganz genau versuchst jedes einzelne Problem möglichst genau zu beschreiben. Es könnte helfen diese Sachen aufzuschreiben.


2. Überleg mal, ob Du das Problem lösen möchtest!
Manchmal haben einige Probleme auch Vorteile. Zum Beispiel kann es sein, dass ein Kind durch sein lautes Verhalten in der Klasse viel Aufmerksamkeit seiner Klassenkameraden bekommt und das ganz toll findet. Es ist deshalb ganz wichtig, dass Du Dir ganz ehrlich überlegst, ob Du ein Problem auch ändern möchtest. Wenn Du Dir überlegt hast, dass Du wegen eines Problems viele Nachteile hast, dann setze Dir als Ziel das Problem zu ändern. Hier kann es manchmal hilfreich sein, die Dinge mit Deinen Eltern oder Freunden zu diskutieren. Wichtig ist aber, dass Du am Ende Dich für ein Ziel entscheidest, was Du wirklich ändern möchtest.


3. Lege Deine Ziele fest und mache Dir einen Plan!
Wenn Du Dich für ein Problem entschieden hast, dass Du gerne ändern möchtest, ist es jetzt wichtig dieses Ziel in Zwischenziele zu unterteilen.
Hast Du Dir zum Beispiel vorgenommen bessere Noten zu bekommen, dann könntest Du als erstes Zwischenziel festlegen, Dich ab heute einmal pro Stunde zu melden. Als nächstes kleines Ziel, wenn das erste schon gut klappt, könntest Du Dir vornehmen, Deine Hausaufgaben einmal in der Woche vorzulesen. Und das geht immer so weiter. So kannst Du es am Ende schaffen Dein großes Ziel, bessere Noten zu bekommen, zu erreichen.


4. Setze Deinen Plan in die Tat um und beobachte Dich selbst dabei!
Um Deine Ziele erreichen zu können, machst Du Dir einen Plan. Du machst Dir Merkzettel oder Zeichnungen, die Dich an Dein Ziel erinnern. Wie in einem Tagebuch, schreibst Du Dir jeden Tag auf, ob und wie gut Du Deine Zwischenziele heute erreicht hast.


5. Schau wie gut Du Deine Ziele erreicht hast und bewerte Dich! Dann setz Dir wieder neue Ziele!
Wichtig ist, dass Du Dich auch dafür lobst, wenn du Dein Ziel an einem Tag erreicht hast. Und es ist auch nicht schlimm, wenn Du an einem Tag Dein Ziel mal nicht erreicht hast. Gib dann nicht auf, sondern mach Dir Mut es am nächsten Tag wieder besser zu machen. Wenn Du ein wichtiges Zwischenziel erreicht hast, dann kannst Du Dich auch ruhig mal belohnen. Vielleicht belohnen Dich auch Deine Eltern, wenn Du Ihnen von Deinem Erfolg erzählst.


6. Bleib am Ball und gib nicht auf!
Es kann, wie Du siehst, ganz schön anstrengend sein ein Ziel zu erreichen. Es gibt auch Misserfolge in dieser Zeit, von denen Du Dich aber nicht entmutigen lassen sollst. Gib nicht auf und bleib dran, wenn du Dein Ziel verfolgst. Manchmal merkt man auch, dass ein Ziel noch zu schwer zu erreichen ist. Dann ist es sinnvoll, sich ein neues Ziel zu überlegen, welches Du einfacher erreichen kannst.
Wichtig ist aber immer, dass Du Dir ein Ziel aussuchst, das Du wirklich ändern möchtest!

Wenn ein Kind ADHS hat, wie Max oder Lisa, findet am Anfang eine ausführliche Bratung statt. In einem solchen Beratungsgespräch spricht zum Beispiel der Kinderarzt oder ein Kinderpsychiater mit den Eltern und dem Kind über die ADHS und darüber welche Probleme das Kind oder auch die Eltern dadurch haben. Außerdem werden Möglichkeiten besprochen, wie die ADHS behandelt werden kann.

In der Verhaltenstherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten eine ADHS zu behandeln:

  1. Eine Möglichkeit sind Trainings mit Eltern der Kinder mit ADHS. In einem Elterntraining lernen die Eltern, wie sie ihrem Kind dabei helfen können, Zuhause aufmerksamer oder weniger hyperaktiv zu sein.
  2. Eine weitere Möglichkeit sind Trainings im Kindergarten oder in der Schule. Hier lernen Erzieherinnen und Erzieher und auch Lehrerinnen und Lehrer, wie sie dem Kind helfen können in der Schule oder im Kindergarten besser mit der ADHS zu Recht zu kommen.
  3. Noch eine Möglichkeit besteht darin, dass der Psychotherapeut allein mit dem Kind was macht. So wie Lisa und Max erzählten, üben Psychotherapeutinnen mit den Kindern wie sie es schaffen aufmerksamer zu sein und sie sprechen mit den Kindern über ihre Probleme.

Die Medikamente gegen ADHS können den Kindern dabei helfen, ihre Unaufmerksamkeit, die Hyperaktivität und die Impulsivität zu kontrollieren. Wenn die Kinder das möchten, dann fällt es ihnen mit Hilfe der Medikamente leichter sich zu konzentrieren oder ruhiger auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. Die Medikamente machen das also nicht von selbst, sondern helfen dem Kind, aufmerksamer, ruhiger und weniger impulsiv zu sein, wenn es das will. Es gibt Kinder, die mit den Medikamenten so gut zurechtkommen, dass sie nur regelmäßigen zu einer Kontrolle zu ihrem Kinderarzt oder ihrem Psychiater müssen, wo sie und ihre Eltern beraten werden.

Ein Arzt, wie zum Beispiel ein Kinderarzt oder ein Kinderpsychiater, legt fest, wie viel und wie oft am Tag ein Kind diese Medizin nehmen muss. Es kann manchmal etwas dauern, bis das richtige Medikament und die richtige Menge herausgefunden werden. Da heißt es schon mal geduldig sein. Genau wie bei jeder anderen Medizin, müssen das Kind und auch die Eltern oder auch die Lehrer schauen, ob Nebenwirkungen auftreten. Hierbei können Fragebögen helfen. Typische Nebenwirkungen können Unwohlsein, Kopf- oder Bauchschmerzen sein. Manche Kinder haben auch weniger Appetit als früher und manchen fällt das Einschlafen schwerer.

Bei den meisten Kindern kommen solche Nebenwirkungen gar nicht oder nur für eine kurze Zeit vor und verschwinden von selbst wieder. Trotzdem sollte man seinen Eltern oder seinem Arzt davon erzählen, weil die es sonst gar nicht mitbekommen.