Verhaltenstherapie - Sekundarbereich

Die Verhaltenstherapie von Jugendlichen mit ADHS zielt in der Regel nicht nur auf die Verminderung von ADHS-Kernsymptomen (Symptomatik - Sekundarbereich) ab, sondern hat zum Ziel, auch koexistierende Störungen und Probleme (Koexistierende Störungen und Probleme - Sekundarbereich) und Belastungen von Jugendlichen zu vermindern.

Die Arbeit mit dem Jugendlichen selbst rückt häufig in das Zentrum der therapeutischen Bemühungen. Dabei sind der Aufbau der Behandlungsmotivation bei Jugendlichen, die Erarbeitung eines umfassenden Störungsmodells, die Erarbeitung gemeinsamer, realistischer Therapieziele und der Transfer von Therapieeffekten in den Alltag wichtige Eckpfeiler.

Häufig werden sogenannte Selbstmangement-Ansätze durchgeführt, bei denen mit dem Jugendlichen konkrete eigene Ziele herausgearbeitet, sowie die Schritte zur Erreichung dieser Ziele bestimmt werden. Ein diesem Ansatz verpflichtetes umfassendes Behandlungsprogramm ist das Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST). Es besteht aus vier Modulen, die in einzelne Therapiebausteine weiter untergliedert sind:

 

Im Zentrum dieses umfassenden Therapieprogramms steht die Arbeit mit dem Jugendlichen. Allerdings werden auch die Bezugspersonen – die Eltern und die LehrerInnen – in die Behandlung integriert. Im Bereich SELBST-Familienprobleme wird intensiv mit der gesamten Familie gearbeitet.

Jugendliche mit ADHS zeigen häufig Auffälligkeiten in mehreren der genannten Bereiche. Leistungsprobleme sind die Regel, aber auch Familienprobleme, Gleichaltrigenprobleme und Selbstwertprobleme sind häufig stark ausgeprägt. In jedem Einzelfall werden die Interventionen entsprechend der individuellen Problemkonstellation zusammengestellt. Die Wirksamkeit von SELBST-Leistungsprobleme wurde bei Jugendlichen mit mehrheitlich ADHS in einer Pilotstudie belegt. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Wirksamkeit dieser Intervention besser zu untersuchen.