Entwicklungsstörungen und Schulleistungsstörungen - Primarbereich

Die Lese- und Rechtschreibfähigkeit sowie die Rechenfähigkeit können erheblich beeinträchtigt sein. Bei Kindern mit ADHS und verminderten Schulleistungen muss jedoch zunächst die Intelligenz überprüft werden (hier zur Diagnostik), um auszuschließen, dass eine generelle schulische Überforderung das Kernproblem darstellt und möglicherweise sekundär ADHS-Symptome auslöst. Ist eine generelle intellektuelle Überforderung ausgeschlossen, dann können umschriebene Störungen in schulischen Teilfunktionen, wie Lesen, Schreiben und Rechnen, (neben den ADHS-Symptomen) für die schulischen Minderleistungen verantwortlich sein.

Mitunter kann es schwierig sein, die erhöhte Fehlerrate auf Unaufmerksamkeit / Impulsivität bzw. auf eine entsprechende Teilleistungsschwäche schulischer Funktionen (oder auf beides) zurückzuführen. Sind primär die ADHS-Symptome für die Minderleistung verantwortlich, dann gelingt es dem Schüler in der Regel gut den Fehler zu korrigieren wen er darauf hingewiesen wird. Bei einem Defizit in der schulischen Funktion (z.B. Schreiben) gelingt dem Schüler eine Korrektur auch dann kaum, wenn er  beispielsweise auf einen Fehler hingewiesen wird, ohne dass ihm damit schon die Lösung vorgegeben ist.

Lese- und Rechtschreibstörungen treten häufiger auf als Rechenstörungen.  Störungen der Fein- und Graphomotorik können zusätzlich zu schulischen Leistungsproblemen (kaum leserliches Schriftbild) beitragen.