SDQ-deu-E

SDQ-deu-E

Fragebogen zu Stärken und Schwächen – Eltern

Quelle:                                                                                                                                                   Goodman, R. (1997). The Strengths and Difficulties Questionnaire: A research note. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 38, 581-586.

Bezug:


Beschreibung:                                                                                                                                                  Der SDQ (Strengths and Difficulties Questionnaire) ist ein Fragebogen zur Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und -stärken bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 16 Jahren. Neben dieser Elternversion existieren Parallelversionen für die Selbstbeurteilung durch Jugendliche (SDQ-deu-J)und die Fremdbeurteilung durch Lehrer (SDQ-deu-L).

Der SDQ besteht aus fünf Einzelskalen mit jeweils fünf Merkmalen: Emotionale Probleme, Hyperaktivität/Aufmerksamkeitsprobleme, Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen, Verhaltensauffälligkeiten und Prosoziales Verhalten. Die Rohwerte der vier erstgenannten Skalen werden zu einem Gesamtproblemwert zusammengefasst. Die Bewertung der Items erfolgt dreistufig durch: 0 = nicht zutreffend / 1 = teilweise zutreffend / 2 = eindeutig zutreffend.

Der zweiseitige Fragebogen beginnt mit einer kurzen Instruktion und enthält insgesamt 25 Merkmale, wobei 10 Merkmale positiv und 14 negativ formuliert sind und problematische Erlebensweisen des Kindes abfragen, während ein Merkmal neutral formuliert wurde.

In einer erweiterten Variante (Goodman, 1999) werden zusätzlich zu den Einzelskalen auch globale Angaben zu Schwierigkeiten in den Bereichen Stimmung, Konzentration, Verhalten und Umgang mit Anderen erfragt. Bei diesen Fragen werden die Dauer des Problems, der subjektiv empfundene Leidensdruck sowie damit einhergehende Beeinträchtigungen und Belastungen erfasst. Für Wiederholungsuntersuchungen z.B. zur Kontrolle von Therapie-Effekten gibt es spezielle Verlaufs-Versionen, die sich nur durch Zusatzfragen unterscheiden. Schließlich gibt es eine Variante für 3-4Jährige Kinder.

Es sind zahlreiche Übersetzungen speziell für die Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund verfügbar. Das Copyright liegt beim Autor. Neben dem Fragbogen können über das Internet ein Manual, eine Auswertungsschablone sowie Tabellen mit den deutschen Normen für die Elternversion bezogen werden.

Anwendungsmöglichkeiten:                                                                                                                            Der SDQ wurde ursprünglich als Screening-Instrument für die epidemiologische Forschung entwickelt, kann aber mit gleicher Zielsetzung auch für die klinische Einzelfalldiagnostik als Eingangserhebung eingesetzt werden, sofern schwerpunktmäßig emotionale Störungen, oppositionelle und dissoziale Störungen sowie hyperaktive Störungen abgeklärt werden sollen.

Gütekriterien und Normen:                                                                                                                            Der SDQ-deu-E ist wegen seines Aufbaus objektiv in Bezug auf Durchführung, Auswertung und Interpretation. Für die deutsche Version des SDQ (Klasen et al., 2003) lagen die internen Konsistenzen (Cronbach’s Alpha) für die einzelnen Subskalen bei .66 (Emotionale Probleme), .60 (Verhaltensauffälligkeiten), .76 (Hyperaktivität) .58 (Probleme mit Gleichaltrigen), .68 (Prosoziales Verhalten) sowie .82 für den Gesamtproblemwert. Angaben zu anderen Reliabilitätsmaßen wie Test-Retest-Reliabilität, Split-Half-Reliabilität und Veränderungssensitivität liegen bisher für die deutsche Version des SDQ nicht vor. Entsprechende Ergebnisse sind für die englische Version bei Achenbach et al. (2008) dokumentiert.

Die Konstrukt-Validität des Instrumentes stützt sich auf die Tatsache, dass die Merkmale des SDQ auf der Basis von Faktorenanalysen umfangreicherer Fragenbögen ausgewählt wurden und an nosologischen Konzepten orientiert sind. Die faktorielle Struktur der deutschen Fassung des SDQ konnte mit Hilfe einer explorativen Faktorenanalyse unter Verwendung der Daten einer Normierungsstichprobe (Woerner, 2002), in einer großen paneuropäischen Studie an Patienten mit ADHS (Becker et al., 2006) und in einer großen epidemiologischen Studie zum Gesundheitszustand von Kindern (Rothenberger et al., 2008) repliziert werden. Der Gesamtproblemwert der Elternversion des SDQ ist sehr gut in der Lage zwischen einer repräsentativen Feldstichprobe und einer klinischen Stichprobe zu trennen. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass der SDQ auch innerhalb einer klinischen Stichprobe zwischen Kindern mit und ohne klinisch-psychiatrische Störung und zwischen weiteren diagnostische Gruppen sinnvoll diskriminiert. Die Konstruktvalidität konnte auch durch hohe Korrelationen der SDQ-Subskalen mit den jeweils korrespondierenden CBCL-Skalen belegt werden (Woerner et al., 2004). Ein Überblick über die Vielzahl an Normierungs-, Anwendungs- und Validierungsstudien ist in Achenbach et al. (2008) nachzulesen.

Für den SDQ-deu-E liegen deutsche Normwerte vor (Woerner et al., 2002). Die Skalenwerte und der Gesamtproblemwert können dabei nur in Orientierung an Trennwerten des Gesamtproblemwertes, die in dieser Normstichprobe ermittelt wurden, den Kategorien „unauffällig“ (Prozentränge <80 der Normstichprobe), „grenzwertig“ (Prozentränge 80-90) und „auffällig“ (Prozentränge >90) zugeordnet werden.

Literatur:                                                                                                                                                   Becker, A.,  Woerner, W.,  Hasselhorn, M.,  Banaschewski, T., Rothenberger, A. (2004). Validation of the parent and teacher SDQ in a clinical sample. European Journal of Child and Adolescent Psychiatry, 13 (2), 11-16.

Becker, A., Rothenberger, A. & Deutsche ADORE/FACE Studien-gruppe (2006). Psychopathological screening of children with ADHD: Strengths and Difficulties Questionnaire in a paneuropean study. European Journal of Child and Adolescent Psychiatry, 15 (1), 56-62.

Woerner W, Becker A, Rothenberger A (2004). Normative data and scale properties of the German parent SDQ. European Journal of Child and Adolescent Psychiatry, 13 (2), 11-16.