Spieltraining - Elementarbereich

Das Spieltraining ist Bestandteil des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP), das auch im Vorschulalter eingesetzt werden kann. Es dient dazu, die Spiel-/ Beschäftigungsintensität und -ausdauer zu verbessern. Dazu führt der Therapeut unterschiedlich stark strukturierte und in unterschiedlichem Grade fremdbestimmte Spiele und Beschäftigungen mit dem Kind durch und wendet dabei verschiedene verhaltenstherapeutische Techniken an, mit denen eine Verbesserung der Spiel- und Beschäftigungsintensität und -ausdauer erzielt werden soll. Nachdem das Spiel- und Beschäftigungsverhalten in der Therapiestunde durch das Spieltraining erfolgreich verändert werden konnte, werden die Eltern in das Spieltraining integriert und dazu angeleitet das Spieltraining als Spiel- und Übungsstunde zu Hause fortzusetzen. Damit sollen die Effekte des Spieltrainings verstärkt und ihre Generalisierung auf das Spielverhalten des Kindes in der Familie unterstützt werden. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Phasen des Spieltrainings.

Phasen des Spieltrainings

Phase 1: Gestaltung einer positiven und tragfähigen Beziehung zum Kind

Eventuell Vorstrukturierung der Spielsituation. Die Interessen und Spieltendenzen des Kindes stehen im Mittelpunkt; weitgehend nondirektive Spielsituation.

Phase 2: Bestimmung der Ansatzpunkte der Intervention

Beobachtung des Verhaltens in wenig sturkturierten Spielsituation und in weitgehend fremdbestimmten Spiel- und Beschäftigungssituationen.

Phase 3: Aufbau eines intensiven und ausdauernden Spiel- und Beschäftigungsverhaltens

1. Vorstrukturierung der Spielsituation durch Auswahl von Spiel- und Beschäftigungsmaterialien.

2. Ziel- und Regelbesprechung und Erfragen von Handlungsplänen

3. Formulierung von Verhaltensanweisungen

4. Verbalisation von Spielhandlungen und spielbezogenen Äußerungen des Kindes

5. Stimulierung alternativer Problemlöseprozesse

6. Verbale oder aktionale Rückführung

7. Soziale Verstärkung einzelner Spielhandlungen

8. Tokenverstärkung

Phase 4: Stabilisierung des Spiel- und Beschäftigungsverhaltens durch Förderung der Selbststeuerung und ausblendung der Fremdsteuerung

1. Verstärkter Einsatz von Ziel- und Regelbesprechungen, Verhaltensaufgaben und Tokenverstärkung.

2. Verminderung von aktionaler und verbaler Rückführung, von Verbalisationen und sozialen Verstärkungen

Phase 5: Steigerungen der Anforderungen an das Spiel- und Beschäftigungsverhalten

1. Ausdehnung der Spiel- und Beschäftigungsdauer

2. Steigerung der Spiel- und Beschäftigungskomplexität

3. Steigerung der Außenreize, z.B. durch Einbeziehung von Geschwistern, durch potentiell ablenkende Tätigkeiten des Therapeuten, durch geringere Vorstrukturierung.

 

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