Nationale Prävalenzen

Auf der Grundlage einer repräsentativen Erhebung in Deutschland im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys des  Robert Koch Instituts, in der das Elternurteil erfragt wurde, (Döpfner et al., (2008) werden rund 6 % der Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren als auffällig eingestuft. So seien bei diesen Kindern so viele Symptome erfüllt, dass die Diagnose einer ADHS (nach DSM-IV) in Frage kommen könnte. Bei den 10- bis 13-jährigen liegt die Rate bei etwa 4,5% und bei den 14- bis 17-Jährigen knapp unter 4%. Legt man die deutlich strengeren Kriterien nach ICD-10 zugrunde, dann liegen die Raten deutlich darunter.

Bei Jungen stellen die Eltern diese Auffälligkeiten mindestens doppelt so häufig fest als das bei Mädchen der Fall ist.

Werden zusätzliche Kriterien hinzugezogen, die für die Diagnose dieser Störung notwendig sind, z.B. dass die Probleme in mehreren Lebensbereichen auftreten müssen und dass sie vor dem Alter von 6 Jahren bereits vorhanden sein müssen, dann reduzieren sich diese Häufigkeitszahlen deutlich. So sind auf dieser Basis und nach den Kriterien von DSM-IV über alle Altersgruppen 2,2% nach dem Elternurteil von ADHS betroffen.

Bei den Drei- bis Sechsjährigen nehmen die Eltern solche Verhaltensaufälligkeiten noch häufiger war, wie eine weitere in Deutschland durchgeführte Studie zeigt (Döpfner & Breuer, 2006). Die Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten, beurteilen dagegen die gleichen Kinder deutlich seltener als auffällig. Wenn nur die Kinder betrachtet werden, die sowohl nach dem Elternurteil als auch nach dem Erzieherurteil entsprechende Auffälligkeiten zeigen, dann reduziert sich die Häufigkeit der betroffenen Kinder noch einmal deutlich.

Zu den Häufigkeiten dieser Symptome bei Schulkindern nach Einschätzungen von Lehrerrinnen und Lehrern liegen für Deutschland keine verlässlichen Zahlen vor.

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland von ADHS betroffen sind.