Koexistierende Störungen und Probleme - Allgemein

Neben den Kernsymptomen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität einer ADHS treten bei Betroffenen häufig begleitende Störungen auf. Diese koexistierenden Störungen können sich bei Betroffenen im Verlauf der Entwicklung verändern.

Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeiten koexistierender Störungen und Probleme von Betroffenen (Ergebnisse verschiedener Studien zusammengefasst).

Häufigkeit

Störung

50 %

Oppositionelle Störung des Sozialverhaltens

30 – 50 %

Störung des Sozialverhaltens (ohne oppositionelle Verhaltensstörung)

10 – 40 %

Affektive, besonders depressive Störungen

20 – 25 %

Angststörungen

10 – 25 %

Lernstörungen, Teilleistungsschwächen

Bis   30 %

Tic-Störungen oder Tourette-Syndrom

 

Am häufigsten zeigen Kinder und Jugendliche mit ADHS zusätzlich oppositionelle und aggressive Verhaltensweisen

Viele Betroffene zeigen Entwicklungsstörungen und Schulleistungsstörungen, obwohl sich die meisten Kinder und Jugendlichen mit ADHS in ihrer grundlegenden Begabung nicht von anderen Kindern und Jugendlichen ihres Alters unterscheiden. Besonders weisen sie Probleme beim Lesen, Rechtschreiben oder im Rechnen auf, was dazu führt, dass die Betroffenen häufiger eine Klasse wiederholen als andere Kinder und Jugendliche.

Viele Kinder und Jugendliche mit ADHS entwickeln mit der Zeit emotionale Probleme, wie Ängste und Unsicherheiten. Sie trauen sich weniger zu als andere Kinder. Im Speziellen zeigen sich diese Probleme im schulischen Kontext.

Viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen machen vielfach Ablehnungserfahrungen mit Gleichaltrige . Entweder geschieht dies, weil sie aufgrund ihrer ADHS-Symptome ständig beim Spiel stören oder weil sie wegen ihrer aggressiven Verhaltensweisen als Raufbolde empfunden werden und Kinder sie deshalb meiden.

Aufgrund vieler Missverständnisse und der häufig sozial nicht angemessenen Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, haben Eltern vermehrt Auseinandersetzungen mit ihrem Kind. Die Beziehungen zwischen Eltern und Kind und auch Pädagogen und Kind sind daher häufig sehr belastet und weisen Interaktionsstörungen auf.

Manche Kinder entwickeln sogenannte Tics, die sich meistens durch Zuckungen im Bereich des Gesichtes oder des ganzen Oberkörpers äußern.