Stärken Sie Ihre positive Beziehung zum Kind.

Der bereits dargestellte Teufelskreis findet auch in der Interaktion zwischen Pädagogen und Kind statt. Nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch die Pädagogen-Kind-Beziehung ist häufig so sehr belastet, dass die positiven Anteile und Erfahrungen sowohl von den Pädagogen als auch vom Kind kaum noch wahrgenommen werden können. Deswegen ist es sehr wichtig, dass Sie sich bemühen, die positiven Anteile in Ihrer Beziehung wieder stärker zum Vorschein kommen zu lassen. Das ist natürlich im Gruppen- oder Klassenverband noch schwerer zu realisieren als in der Familie.

Versuchen Sie sich bewusst zu machen, was alles im Gruppengeschehen oder auch im Unterricht ohne größere Probleme oder mittlerweile besser gelingt als früher. Beachten Sie dabei bitte die auch die so genannten Selbstverständlichkeiten. Denken Sie immer daran, dass das Kind aufgrund der hyperkinetischen Störung gerade in Situationen, die ein hohes Maß an Ruhe und Konzentration erfordern, eingeschränkt ist und wesentlich mehr Kraft und Anstrengung aufbringen muss, um Anforderungen zu bewältigen, die für andere vielleicht selbstverständlich sind. Überlegen Sie, in welchen Situationen Sie mit dem Kind für kurze Zeit alleine sprechen können, beispielsweise gelegentlich während der Pausenaufsicht oder kurz nach der Unterrichtsstunde. Versuchen Sie Zeit zu finden, um dem Kind seine positiven Verhaltensansätze in ansonsten kritischen Situationen zurückzumelden. Dafür genügen kurze Zeiten von ein bis zwei Minuten, am besten am Ende einer Gruppeneinheit oder am Ende des Unterrichtes.