Möglicherweise alternative Interventionen

Folgende Therapien werden (noch) nicht in den Behandlungsleitlinien der Fachgesellschaften empfohlen, weil noch ungenügende oder widersprüchliche Ergebnisse vorliegen:

Neurofeedback: Neurofeedback ist eine verhaltenstherapeutische Methode, bei der für das Kind bestimmte Merkmale seines Hirnstrombildes (EEG) sichtbar gemacht werden und das Kind lernt, seine Hirnströme zu beeinflussen. Mit diesem Verfahren wurden bereits einige positive Ergebnisse erzielt. Allerdings ist es gegenwärtig noch im experimentellen Stadium und kann noch nicht generell als Behandlung empfohlen werden.

Nahrungsmittelergänzung: Schon lange besteht die Vermutung, dass die Ernährung zur Entstehung von ADHS beitragen kann. Bis vor kurzem zeigten sich jedoch in systematischen Untersuchungen keine deutlichen Effekte. In letzter Zeit wurden ungesättigte Fettsäuren (so genannte Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren) auf ihre Wirksamkeit bei Kindern mit Konzentrationsproblemen und Unruhe hin untersucht. In einigen Studien konnten keine eindeutigen Effekte nachgewiesen werden; in anderen wurden dagegen Effekte gefunden. Gegenwärtig kann noch keine allgemeine Empfehlung zur Nahrungsergänzung mit diesen Fettsäuren gegeben werden. Wenn eine Behandlung wirksam werden soll, müsste sie über mindestens drei Monate hinweg durchgeführt werden, bevor die Effektivität beurteilt werden kann. Kinder, die sehr stark von der Symptomatik betroffen sind, sollten deshalb nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln behandelt werden, da so wertvolle Zeit verloren gehen könnte.