Explorieren der Symptome

Im ersten diagnostischen Schritt überprüft der Untersucher, ob die Symptome von Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit vorliegen. Dazu haben die beiden in Deutschland angewendeten Klassifikationssysteme (ICD-10 und DSM-IV) weitgehend übereinstimmende Kriterien für Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität festgelegt. Für eine Diagnose muss eine bestimmte Anzahl dieser Kriterien erfüllt sein. Anhand der Art der erfüllten Kriterien können auch die Unterformen von ADHS bestimmt werden.

Diese Kriterien werden vom Untersucher im Gespräch mit den Eltern und dem Kind oder Jugendlichen gezielt erfragt oder auch anhand von Fragebögen erhoben. Der Untersucher muss dabei überprüfen, ob die jeweiligen Probleme deutlich stärker ausgeprägt sind, als das üblicherweise bei Kindern und Jugendlichen gleichen Alters der Fall ist

Neben den Informationen der Eltern und des Patienten selbst sind die Informationen von Pädagogen von herausragender Bedeutung, weil Pädagogen das Kind in einem Lebensbereich beobachten können, in dem höhere Anforderungen an Konzentration, Ausdauer und Impulskontrolle gestellt werden und deshalb das Kind in diesem Bereich diese Auffälligkeiten in besonderem Maße zeigen sollte. Außerdem können Pädagogen durch den direkten Vergleich mit anderen gleichaltrigen Kindern besonders zuverlässige Angaben machen. Daher verlangen Leitlinien auch, dass direkte (schriftliche oder mündliche) Informationen von Pädagogen für eine Diagnosestellung herangezogen werden sollen.

Zur Überprüfung dieser Symptomatik kann der Untersucher Diagnose-Checklisten einsetzen.