Exploration des Patienten und der Bezugspersonen

Das Untersuchungsgespräch (Exploration) ist Kern der gesamten Untersuchung und kann über mehrere Sitzungen andauern. Üblicherweise werden Eltern und Kind oder Jugendlicher in das Gespräch einbezogen.  Eine zumindest telefonisch durchgeführte Exploration betreuender  Pädagoginnen und Pädagogen wird empfohlen.

Die Exploration bezieht sich auf die aktuelle ADHS-Symptomatik sowie andere Auffälligkeiten oder Probleme des Kindes oder Jugendlichen, wie sie in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule und im Freizeitbereich auftreten. Die Kriterien für die  Diagnose einer ADHS werden abgeklärt, differenzialdiagnostisch muss überprüft werden inwiefern eine andere Störung die Symptomatik besser erklären könnte und der Untersucher muss prüfen, ob der Betroffene weitere Probleme oder Störungen aufweist.

Außerdem wird die Entwicklungsgeschichte des Kindes oder Jugendlichen von Geburt an nachvollzogen. Frühere Auffälligkeiten und Belastungen werden erfragt und der Beginn und Verlauf der aktuellen Problematik werden genau erhoben. Der Untersucher macht sich so ein Bild über die familiären Bedingungen, unter denen das Kind lebt sowie über die Situation im Kindergarten oder in der Schule.

Da bei einer ADHS in der Regel Probleme im Kindergarten bzw. in der Schule auftreten, ist mit Einverständnis der Eltern ein Gespräch mit Erziehern oder Lehrern ebenfalls sehr sinnvoll. Hierbei werden die dort beobachteten Verhaltensprobleme konkret erfragt.

Nach dem Untersuchungsgespräch kann der Untersucher weitere notwendige diagnostische Untersuchungen festlegen.