ADHS im Seniorenalter

Auch bei Personen, die 60 Jahre  und älter sind, können noch Zeichen einer vorbestehenden ADHS angetroffen werden. Das subjektive Leiden der Senioren bezieht sich interessanterweise  weniger auf die Einschränkungen der Aufmerksamkeit als auf Phänomene aus dem Bereich der Impulsivität und Hyperaktivität. Durch diese Störungsmuster werden vor allem die unmittelbaren Bindungen im engen persönlichen und sozialen Umfeld und die allgemeinen sozialen Interaktionen belastet. Dass die Störungen der Aufmerksamkeit und die Phänomene der Desorganisation bei betroffenen Senioren weniger deutlich gewichtet werden, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Senioren in der Regel aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind und so die Anforderungen an Ruhe, Ausdauer und Konzentration deutlich weniger vorhanden sind als bei Schülern oder Berufstätigen. Damit wird ein mögliches chronisches Konfliktfeld entschärft.