ADHS im Grundschulalter

Mit dem Eintritt in die Grundschule kommt es bei vielen Betroffenen zu einer erheblichen Zunahme der Schwierigkeiten. Die altersentsprechende Symptomatik wird zu diesem Zeitpunkt besonders deutlich, da die Betroffenen plötzlich mit Anforderungen an Ruhe, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit konfrontiert werden, die sie überfordern. Vor allem im Unterricht treten daher Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität besonders stark auf.

In der Familie oder auch im Rahmen der Ganztagsbetreuung  ist die Bewältigung der Hausaufgaben häufig ein zentrales Problem. Bei vielen Betroffenen kommt es zu Schulleistungsstörungen, oft zu Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen. Misserfolgserfahrungen führen bei den Betroffenen dazu, dass sie sehr schnell die Lust am Lernen verlieren. Auch können diese Erfahrungen die Entwicklung von oppositionellem oder aggressivem Verhalten oder von emotionalen Problemen fördern. Die Schulschwierigkeiten können so stark sein, dass Klassenwiederholungen und Umschulungen notwendig werden.

Zudem führt die Symptomatik in dieser Zeit sehr häufig dazu, dass betroffene Kinder von Gleichaltrigen abgelehnt werden. Diese Ausgrenzungserfahrungen können wiederum die Entwicklung eines niedrigen Selbstwertgefühls und den Ausbau aggressiver Verhaltensweisen verstärken. Der Wechsel zur weiterführenden Schule führt zu neuen schulischen Belastungssituationen. Die schulischen Anforderungen steigen und im Schulalltag wechseln die Lehrer in fast jedem Fach, was die Möglichkeit zum Aufbau einer festen Schüler-Lehrer-Beziehung als Bezugspunkt für Betroffene erschwert, die für sie ganz besonders wichtig wäre. Aufgrund dieser Veränderungen kommt es in vielen Fällen zu einer Verschärfung der Probleme.