5. Wie verläuft ein Behandlungsversuch und |wie werden Medikamente optimal eingestellt?

Die medikamentöse Behandlung ist  bei vielen Erwachsenen mit ausgeprägter ADHS wirkungsvoll, es gibt jedoch auch Patienten, die nicht von einer medikamentösen Behandlung profitieren und bei manchen können auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Eine genaue Überprüfung der Wirksamkeit  und möglicher Nebenwirkungen in einem kontrollierten Behandlungsversuch ist daher unbedingt erforderlich. Die medikamentöse Behandlung lässt sich nur dann rechtfertigen, wenn Effekte eindeutig nachgewiesen werden können.

Darüber hinaus reagieren Patienten sehr unterschiedlich auf die Medikamente und die jeweils individuell notwendige Dosis muss deshalb genau bestimmt werden.

Da sich bei Methylphenidat die Wirkung schon mit der ersten Gabe einstellt, kann der Behandlungsversuch und die optimale Dosiseinstellung innerhalb weniger Wochen erfolgen. Bei Atomoxetin ist ein längerer Behandlungversuch von mindestens sechs bis acht Wochen notwendig, da sich die Wirkung erst nach dieser Zeit voll entfaltet. 

Wenn sich die medikamentöse Behandlung als wirkungsvoll erwiesen hat, dann sollte die Behandlung zunächst für einen längeren Zeitraum als Dauertherapie durchgeführt werden. In dieser Zeit sind regelmäßige Kontrollen und Beratungsgespräche auf jeden Fall nötig. Danach kann die Notwendigkeit zur Weiterführung der Behandlung in einem Auslassversuch überprüft werden.