Wer bietet Therapien an?

Folgende Berufgruppen und Einrichtungen bieten Therapien für Kinder und Jugendliche mit ADHS an:

  • Kinder- und Jugendärzte können bei entsprechender Zusatzqualifikation die grundlegende Beratung und Psychoedukation der Eltern, des Patienten und weiterer Bezugspersonen sowie die medikamentösen Behandlungsversuche und Dosisoptimierungen anbieten und führen auch die medikamentöse Dauertherapie mit Verlaufskontrollen durch. Sie können gegebenenfalls notwendige zusätzliche Therapien, wie Ergo- Logo- (Sprach-) oder Psychotherapie verordnen. 
  • Kinder- und Jugendpsychiater  können in der Regel ein umfassendes Therapieangebot machen, das die grundlegende Beratung und Psychoedukation der Eltern, des Patienten und weiterer Bezugspersonen  sowie die medikamentösen Behandlungsversuche und Dosisoptimierungen und die medikamentöse Dauertherapie mit Verlaufskontrollen umfasst. Sie können auch weitere Psycho- und Pharmakotherapie für begleitende psychische Störungen anbieten und notwendige zusätzliche Therapien, wie Logo- (Sprach-) therapie oder Ergotherapie verschreiben.
  • Approbierte Psychotherapeuten: Sowohl Psychologische Psychotherapeuten, Ärztliche Psychotherapeuten als auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können eine Ausbildung in Verhaltenstherapie oder in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie haben. Die Leitlinien der Fachgesellschaften empfehlen Verhaltenstherapie zur Behandlung der Kernsymptomatik von ADHS. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie kann nach den Leitlinien bei zusätzlichen emotionalen Störungen ebenfalls angezeigt sein. Bei den Psychologischen Psychotherapeuten und den ärztlichen Psychotherapeuten sollten die Eltern erfragen, ob diese eine zusätzliche Qualifikation für Kinder- und Jugendlichentherapie erworben haben.
  • Beratungsstellen: Es gibt viele verschiedene Beratungsstellen, z.B. schulpsychologische Dienste, Erziehungsberatungsstellen, Frühförderzentren, in denen Beratung und Psychoedukation und auch psychologische, medikamentöse und ergänzende Therapien angeboten werden kann. 
  • Kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken bieten sowohl eine umfassende ambulante Therapie als auch stationäre und teilstationäre Therapien an, die in Einzelfällen notwendig sein kann.  
  • Sozialpädiatrische Zentren bieten meist die grundlegende Beratung und Psychoedukation der Eltern, des Patienten und weiterer Bezugspersonen sowie die medikamentösen Behandlungsversuche und Dosisoptimierungen an und führen auch die medikamentöse Dauertherapie mit Verlaufskontrollen durch. Sie können notwendige zusätzliche Therapien, wie Logo- (Sprach-) therapie oder Ergotherapie verordnen und in ihrem Teams selbst durchführen.
  • Logo- (Sprach-) und Ergotherapeuten können auf ärztliches Rezept entsprechende Zusatztherapien anbieten. Mototherapie ist keine Kassenleistung, doch wird von verschiedenen Gruppen beispielsweise als "Psychomotorik" oder "bewegungsorientiertes soziales Gruppentraining" mit unterschiedlichen Finanzierungsmodellen angeboten.
  • Lerntherapeuten können Förderprogramme bei umschriebenen Schulleistungsstörungen, z.B. im Lesen, Schreiben oder Rechnen anbieten. Diese Therapien werden in der Regel nicht von der Krankenkasse finanziert.


Auf der Website des zentralen adhs-netzes finden Sie eine Auflistung aller regionalen Netze, in denen sich die verschiedenen Therapeuten zusammengeschlossen haben.