Familieninterventionen

Interventionen in der Familie zielen auf die Verminderung von hyperaktivem, impulsivem und unaufmerksamem sowie oppositionellem und aggressivem Verhalten des Kindes oder Jugendlichen hauptsächlich in der Familie ab. Zu diesem Zweck arbeitet die Therapeutin / der Therapeut intensiv mit den Eltern und dem Patienten zusammen. Die ambulante Therapie erfolgt in der Regel ein Mal pro Woche und kann über viele Monate andauern.

Zusammen mit den Eltern und dem Patienten arbeitet die Therapeutin / der Therapeut die Situationen heraus, die in der Familie als problematisch erlebt werden und entwickelt konkrete Lösungsstrategien, welche die Familie zwischen den Behandlungsstunden versucht umzusetzen. Dabei werden die Prinzipien, die auf der Seite über die Selbsthilfemöglichkeiten von Eltern erläutert werden, genauer ausgearbeitet.

Bei Familieninterventionen werden in der Regel nicht nur die Verhaltensprobleme des Kindes in der Familie, sondern auch Probleme und Belastungen anderer Familienmitglieder angesprochen. Eine Verminderung der Probleme kann möglicherweise auch zur Verbesserung der ADHS-Symptome des Kindes in der Familie beitragen.

Je jünger die Kinder sind, desto mehr steht die Arbeit mit den Eltern im Vordergrund. Bei älteren Kindern und Jugendlichen ist die Einbeziehung des Patienten von großer Bedeutung für einen Erfolg der Therapie.

Familieninterventionen können in Form von Elterntrainings sowohl einzeln als auch in der Gruppe durchgeführt werden.

Die Wirksamkeit solcher Familieninterventionen und Elterntrainings zur Behandlung der ADHS ist in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien belegt worden.