Sind Therapien für zusätzliche Probleme und Auffälligkeiten ratsam?

Kinder und Jugendliche mit ADHS haben häufig zusätzliche Probleme und psychische Störungen. Mitunter vermindern sich diese zusätzlichen Probleme durch die Behandlung der ADHS-Symptome. Oppositionelles und aggressives Verhalten können sich durch die Therapie der ADHS vermindern, ebenso wie emotionale Belastungen. Die Beziehungen in der Familie, in der Schule und zu Gleichaltrigen können sich verbessern und mitunter vermindern sich auch die Leistungsprobleme der Kinder und Jugendlichen.

Andere Kinder benötigen ergänzende Therapien und andere Hilfen zur Verminderung dieser zusätzlichen Probleme:

  • Zur Behandlung anderer psychischer Auffälligkeiten können weitere psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlungen notwendig werden.
  • Zur Behandlung von Störungen der Sprache oder Bewegung oder der Wahrnehmung können Sprachtherapie, Ergotherapie oder psychomotorische Therapie notwendig sein.
  • Bei umschriebenen Störungen des Lesens, Rechtschreibens oder Rechnens, die nicht auf eine allgemeine Intelligenzminderung zurückzuführen sind, können spezielle Fördermaßnahmen notwendig sein.


Bei einer sehr stark ausgeprägten Gesamtproblematik, die sich durch eine ambulante Therapie nicht hinreichend verbessern lässt kann auch eine stationäre Behandlung in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik hilfreich sein.

Manchmal benötigen auch die Eltern selbst eine Therapie aufgrund eigener psychischer Störungen oder Belastungen oder wegen ausgeprägter Probleme in der Partnerschaft.

Mitunter sind Familien so überlastet, dass sie über das Jugendamt eine Hilfe zur Erziehung brauchen.