Behandlungsversuch: Wirkt das Medikament und treten|Nebenwirkungen auf?

Die medikamentöse Behandlung ist zwar bei der Mehrzahl der Kinder mit ausgeprägter ADHS wirkungsvoll, es gibt jedoch auch Kinder, die nicht von einer medikamentösen Behandlung profitieren und manche Kinder können unerwünschte Nebenwirkungen entwickeln.

Eine genaue Überprüfung der Wirksamkeit  und möglicher Nebenwirkungen in einem kontrollierten Behandlungsversuch ist daher unbedingt erforderlich. Die medikamentöse Behandlung lässt sich nur dann rechtfertigen, wenn Effekte eindeutig nachgewiesen werden können.

Darüber hinaus reagieren Kinder sehr unterschiedlich auf die Medikamente. Bei manchen Kindern genügen sehr niedrige Dosierungen, andere benötigen dagegen mehrere Tabletten. Daher muss jedes Kind auf seine individuelle Dosis eingestellt werden.

Für eine systematische Überprüfung der Wirksamkeit ist die Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin besonders hilfreich, weil durch die Behandlung meist ADHS-Symptome auch in der Schule vermindert werden sollen. Eine Möglichkeit ist, dass die Lehrerin das Verhalten des Kindes jeweils für eine Woche anhand eines kurzen Fragebogens einschätzt. Wenn sich dann diese Beurteilungen bei Medikamenteneinnahme deutlich verändern, dann wirkt das Medikament auf das Verhalten in der Schule. Auf diese Weise kann auch die genaue Dosierung ermittelt werden.

Da sich bei Psychostimulanzien die Wirkung schon mit der ersten Gabe einstellt, kann der Behandlungsversuch und die optimale Dosiseinstellung innerhalb weniger Wochen erfolgen. Bei Atomoxetin ist ein längerer Behandlungversuch von mindestens sechs bis acht Wochen notwendig, da sich die Wirkung erst nach dieser Zeit voll entfaltet. 

Wenn sich die medikamentöse Behandlung als wirkungsvoll erwiesen hat, dann sollte die Behandlung zunächst für einen Zeitraum von sechs bis 12 Monaten als Dauertherapie durchgeführt werden. In dieser Zeit sind regelmäßige Kontrollen und Beratungsgespräche auf jeden Fall nötig. Danach sollte die Notwendigkeit zur Weiterführung der Behandlung in einem Auslassversuch überprüft werden.