Umwelteinflüsse

Umwelteinflüsse

Die Entwicklung von ADHS kann auch durch die familiäre und schulische Umwelt beeinflusst werden.

Die familiären Bedingungen, aber auch die Bedingungen im Kindergarten und in der Schule, unter denen ein Kind mit einer ADHS lebt, sind zwar nicht die ausschließliche Ursache der Störung, aber sie können in einem erheblichen Maße die Stärke der Probleme und ihren weiteren Verlauf mitbestimmen. Wenn Eltern selbst psychische Probleme haben (z.B. ADHS-Probleme) oder in der Familie viel gestritten wird oder wenn finanzielle Belastungen sehr stark sind, dann können dadurch die ADHS-Symptome des Kindes verstärkt werden. Auch hierbei muss von einem Wechselspiel zwischen den Faktoren der familiären und schulischen Umwelt mit der genetischen Ausstattung des Kindes und mit möglichen Belastungen während Schwangerschaft oder Geburt ausgegangen werden.

Aufgrund ihrer Unruhe und ihres impulsiven Verhaltens stoßen Kinder mit ADHS häufiger an Grenzen als andere Kinder und übertreten diese auch häufiger. Darüber hinaus reagieren Kinder mit ADHS auf die normalen Erziehungsmaßnahmen oft nicht so, wie andere Kinder. Die Eltern, die Erzieher und die Lehrer geraten deshalb häufig in schwierige Erziehungssituationen. So entsteht ein Teufelskreis aus Ermahnungen und Grenzsetzungen. Positive Erfahrungen treten gegenüber diesen negativen Ereignissen sowohl in der Familie als auch im Kindergarten oder in der Schule immer mehr in den Hintergrund. Zwischen den Eltern und dem Kind oder Jugendlichen, aber auch zwischen Lehrern und Kind oder Jugendlichem kommt es so immer häufiger zu unangenehmen Erfahrungen und negative Interaktionen nehmen immer weiter zu.

Diese negativen Erfahrungen erhöhen das Risiko, dass das Kind immer stärker mit Unruhe, Impulsivität und Unaufmerksamkeit, aber auch vermehrt mit verweigerndem und aggressivem Verhalten reagiert und so die Symptome von ADHS und zusätzliche Probleme immer weiter zunehmen.