Kurz: Welche Therapien gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Therapien und Hilfen, aber nur wenige sind so gut wissenschaftlich untersucht, so dass sie von Fachleuten als wirkungsvoll eingestuft werden können. Von Fachverbänden werden folgende Therapieverfahren zur Behandlung der Kernsymptome von ADHS empfohlen:

  • Grundlage jeder weiteren Behandlungsmaßnahme sind die Information von Eltern und Kind zu dem Störungsbild ADHS und zu Behandlungsmöglichkeiten sowie ihre Beratung zum Umgang mit den s alltäglichen Problemen, die sich daraus ergeben
  • Die Verhaltenstherapie umfasst:
    (1) familienbezogene Maßnahmen einschließlich Elterntrainings zur Verminderung der Verhaltensprobleme des Kindes in der Familie
    (2) kindergarten- oder schulbezogene Maßnahmen zur Verminderung der Verhaltensprobleme des Kindes im Kindergarten oder in der Schule
    (3) patientenbezogene Maßnahmen, bei denen der Therapeut mit dem Patienten arbeitet, um die Kernsymptome von ADHS zu vermindern.
  • Die medikamentöse Therapie kann sehr wirkungsvoll sein. In Deutschland gibt es Medikamente mit den Wirkstoffen Methylphenidat, Dexamphetamin und Atomoxetin, die zur Behandlung der ADHS im Kindes- und Jugendalter zugelassen sind.


Leitlinien von Fachgesellschaften beschreiben, welche Therapie wann für die Behandlung einer ADHS eingesetzt werden soll und wann eine Kombination verschiedener Therapien notwendig ist. Viele Kinder und Jugendliche benötigen ergänzend zu einer Behandlung der ADHS, zusätzliche Therapien für andere Probleme (z.B. Sprachtherapie, Krankengymnastik, Mototherapie, Ergotherapie).
Neben Therapiemöglichkeiten gibt es noch weitere Hilfen für Kinder und Jugendliche mit ADHS sowie für ihre Familien. Hierbei handelt es sich um Selbsthilfegruppen, gezielte Förderungen schulischer Leistungen und Hilfen für Familien durch das Jugendamt.