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Oft gestellte Fragen

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Wieviel Prozent leiden an ADHS?

Weltweit wird von einer durchschnittlichen Häufigkeitsrate bei Kindern und Jugendlichen von rund 5% ausgegangen, wobei die weniger strengen Diagnosekriterien nach dem amerikanischen Klassifikationssystem DSM-IV zugrundegelegt werden.

Werden die sehr strengen Kriterien nach ICD-10 herangezogen, dann liegt die Rate bei 1 bis 3%.

Kategorie: ADHS - Für Eltern
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Wie sind die Häufigkeiten in Deutschland für ADHS?

Für Deutschland liegt eine neuere repräsentative Erhebung auf der Grundlage der Einschätzung von Eltern vor. Danach beschreiben rund 6 % der Eltern von Kindern im Alter von 7 bis 10 Jahren bei ihren Kindern so viele Symptome, dass die Diagnose einer ADHS (nach DSM-IV) in Frage kommen könnte. Bei den 10- bis 13-jährigen liegt die Rate bei etwa 4,5% und bei den 14- bis 17-Jährigen knapp unter 4%.  Legt man die deutlich strengeren Kriterien von ICD-10 zugrunde, dann liegen die Raten deutlich darunter.

Wenn noch weitere Kriterien berücksichtigt werden, die für die Diagnose dieser Störung notwendig sind, z.B. dass die Probleme in mehreren Lebensbereichen auftreten müssen und dass sie vor dem Alter von 6 Jahren bereits vorhanden sein müssen, dann reduzieren sich diese Häufigkeitszahlen noch einmal beträchtlich von 5% über alle Altersgruppen auf 2,2%, wenn man die Kriterien von DSM-IV zugrundelegt.

Insgesamt kann man jedoch davon ausgehen, dass rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland von ADHS betroffen sind. Jungen sind dabei gegenüber Mädchen insgesamt 2- bis 4-mal häufiger betroffen.

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Wer kann eine gesicherte Diagnose stellen?

  • Kinder- und Jugendärzte sind ebenfalls häufig erste Anlaufstellen und können bei entsprechender Fortbildung eine differenzierte Untersuchung durchführen. Mitunter verweisen Sie auch an Kinder- und Jugendpsychiater, approbierte Psychotherapeuten oder Beratungsstellen weiter, die weitere Untersuchungen durchführen können.
  • Kinder- und Jugendpsychiater sind in der Diagnostik von ADHS umfassend ausgebildet und können eine vollständige diagnostische Abklärung durchführen.
  • Approbierte Psychotherapeuten: Sowohl sogenannte Psychologische Psychotherapeuten als auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können mit Ausnahme der körperlichen Untersuchung eine vollständige diagnostische Abklärung durchführen. Bei den Psychologischen Psychotherapeuten, die für die Diagnostik und Psychotherapie bei Erwachsenen ausgebildet sind,  muss erfragt werden, ob sie eine zusätzliche Qualifikation für Kinder und Jugendliche erworben haben.
Kategorie: ADHS - Für Eltern
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Wie äußern sich die Symptome einer ADHS im schulischen Alltag?

Typischerweise lassen sich die Kernsymptome von ADHS im Unterricht gut beobachten. Den Betroffenen fällt es schwer, sich während des Unterrichts auf ihre Aufgaben zu konzentrieren, Anweisungen der Lehrer nehmen sie nicht wahr, sie ermüden schnell und  lassen sich von Mitschülerinnen und Mitschülern leicht ablenken (Unaufmerksamkeit). Sie stehen während des Unterrichtes mehrfach auf oder rutschen unruhig auf dem Stuhl hin und her, ständig fällt ihnen etwas zu Boden (Hyperaktivität). Sie rufen impulsiv in die Klasse, beginnen Aufgaben bevor diese vollständig erklärt sind (Impulsivität).

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Haben alle Schülerinnen und Schüler, die unaufmerksam, unruhig oder störend sind ADHS?

Nein! Die Verhaltensprobleme müssen deutlich stärker ausgeprägt sein, als sie üblicherweise bei Kindern dieser Klassenstufe auftreten und sie müssen relativ konstant über einen langen Zeitraum vorhanden sein. Nach epidemiologischen Studien müssten im Durchschnitt 1-2 SchülerInnen pro Klasse die Kriterien für eine solche Diagnose erfüllen, wobei in weiterführenden Schulen eher weniger SchülerInnen die Kriterien voll erfüllen dürften. Zwischen völlig unauffälligem Verhalten und sehr starker Problematik gibt es alle möglichen Ausprägungsformen. Die Grenzen zur starken Auffälligkeit sind daher schwer zu ziehen.

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Treten ADHS-Symptome immer in der Schule auf?

Da der Unterricht die Situation im Leben eines Kindes oder Jugendlichen ist, in der Aufmerksamkeit, Ausdauer und Reflexivität am meisten gefordert werden, müsste die Problematik auf jeden Fall im Unterricht auftreten. Wenn solche Auffälligkeiten beispielsweise nur zu Hause und nicht im Unterricht zu beobachten sind, dann liegt meistens keine ADHS vor. Insbesondere bei älteren Schülern kann es aber sein, dass die Probleme hauptsächlich im Unterricht und kaum in der Familie oder während der Freizeit zu beobachten sind.

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Treten ADHS-Symptome in allen Schulstunden gleichermaßen auf?

Nein, nicht notwendigerweise. Die Problematik kann häufiger oder stärker in solchen Schulstunden auftreten, die Konzentration und Ausdauer besonders fordern oder die vom Kind oder Jugendlichen als besonders aversiv („langweilig“) erlebt werden. Sie kann sich verstärken, wenn zuvor schon mehrere anstrengende Schulstunden stattgefunden haben, wenn der Unterricht weniger äußere Struktur aufweist (z.B. in Kunst oder Sport) oder wenn die Beziehung zwischen Schüler und Pädagoge/ Pädagogin besonders belastet ist.

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Woran erkenne ich SchülerInnen, die an einer ADHS vom primär unaufmerksamen Typus leiden?

Bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsstörungen ohne ausgeprägte Hyperaktivität oder Impulsivität sind diese begleitenden Auffälligkeiten entweder deutlich schwächer ausgeprägt (sie weisen also nur leichte Unruhe und impulsive Tendenzen auf)  oder sie zeigen zusätzlich eher hypoaktives, verlangsamtes Verhalten. Sie werden häufig als TräumerInnen bezeichnet, d.h. sie bekommen oft wichtige Unterrichtsinhalte nicht mit, wirken wie abwesend, teilweise regelrecht apathisch. Diese Form der ADHS ist  besonders schwer zu diagnostizieren, vor allem deshalb, weil sie von Schülern und Schülerinnen mit genereller schulischer Überforderung, aber auch von jenen mit Ängsten oder Depressionen unterschieden werden muss.

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Welche Rolle spielt die Lehrerin oder der Lehrer bei der Diagnostik von ADHS?

LehrerInnen sind sehr wichtig bei der Diagnosestellung von ADHS. Ohne eine Information zum Verhalten des Kindes oder Jugendlichen in der Schule kann die Diagnose gar nicht gestellt werden, weil Auffälligkeiten im Unterricht Voraussetzungen für diese Diagnose sind. Die Informationen von Eltern über das Verhalten des Kindes in der Schule sind meist nur begrenzt zuverlässig. Daher wird in den diagnostischen Leitlinien dringend empfohlen, Informationen in schriftlicher oder mündlicher Form direkt von der Schule einzuholen.

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Ist ADHS eine Modediagnose?

Nein, ADHS hat es auch früher gegeben. Allerdings ist die Diagnose inzwischen, auch durch die klare Formulierung von Kriterien für eine solche Diagnose, in der Öffentlichkeit viel bekannter und wird daher häufiger gestellt. Zudem können auch Veränderungen in der Gesellschaft und vor allem in der Schule dazu beigetragen haben, dass die Häufigkeit dieser Problematik zugenommen hat. Allerdings gibt es durchaus Tendenzen in einzelnen Fällen diese Diagnose zu schnell zu vergeben und alternative Erklärungen für die Verhaltensauffälligkeiten nicht zu erkennen – zum Beispiel schulische Überforderung (hierzu mehr unter Fakten und Mythen).

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Können ADHS-Symptome auch ausschließlich durch familiäre Bedingungen ausgelöst werden?

Allenfalls in sehr extremen Fällen. Die Forschung geht davon aus, dass ADHS-Symptome auf der Basis einer biologischen Disposition (Vulnerabilität) entstehen. Vor allem genetische Faktoren, aber auch Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt können zur Entwicklung solcher Auffälligkeiten beitragen. Familiäre und auch schulische Bedingungen können aber die Ausprägung der Problematik und deren Verlauf wesentlich beeinflussen. Unter günstigen psychosozialen Bedingungen wird sich die Problematik deutlich schwächer ausprägen.

Kategorie: FAQs für Pädagogen-Ursachen
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Können ADHS-Symptome auch Hinweise auf schulische Über-/ oder Unterforderung sein?

Ja, deshalb ist in der Regel eine Intelligenz-  und Leistungsdiagnostik notwendig, vor allem wenn Hinweise auf schulische Minderleistungen (schlechte Noten) oder auf besonders hohe Begabung vorliegen. Es ist aber auch möglich, dass sowohl eine Intelligenzminderung bzw. eine Hochbegabung als auch ADHS vorliegen. Zur diagnostischen Klärung ist es meist notwendig, dass das betreffende Kind entsprechend seines intellektuellen Leistungsmöglichkeiten beschult wird und dann überprüft wird, ob sich die Verhaltensauffälligkeiten unter den neuen Bedingungen verändern.

Kategorie: FAQs für Pädagogen-Ursachen
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Welchen Zusammenhang gibt es zwischen ADHS und anderen psychischen Störungen?

Bei den meisten Schülerinnen und Schülern mit einer ADHS liegen weitere psychische Beeinträchtigungen vor. Am häufigsten treten oppositionelle und aggressive Verhaltensauffälligkeiten auf, aber auch emotionale Probleme, wie mangelndes Selbstwertgefühl, Depressivität und Ängste. Lediglich etwa ein Drittel der Betroffenen hat keine weiteren psychischen Auffälligkeiten. Die Ursachen für diese Häufungen sind noch nicht gut geklärt. Häufig können diese weiteren Auffälligkeiten als Folgen der ADHS-Symptomatik verstanden werden.

Kategorie: FAQs für Pädagogen-Ursachen
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Welchen Zusammenhang gibt es zwischen ADHS und Teilleistungsstörungen im Lesen, Schreiben oder Rechnen?

Schüler und Schülerinnen mit ADHS haben häufiger schulische Teilleistungsstörungen und bei jenen mit Teilleistungsstörungen tritt häufiger ADHS auf. Auch hier sind die kausalen Zusammenhänge noch unklar. Möglicherweise haben ADHS und Teilleistungsstörungen eine gemeinsame biologische Ursache. Teilleistungsstörungen können aber auch zumindest teilweise Folgen von ADHS-Symptomen sein, weil die Betroffenen das Lernangebot schlechter nutzen können. Umgekehrt können Teilleistungsprobleme dazu führen, dass der Unterricht als besonders aversiv oder belastend erlebt wird und dadurch vorhandene Tendenzen zu Hyperaktivität, Impulsivität, Unaufmerksamkeit verstärkt werden.

Kategorie: FAQs für Pädagogen-Ursachen
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Wie verändert sich die ADHS-Symptomatik mit dem Alter der Schüler?

Im Grundschulalter dominieren Hyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen. Mit der Pubertät können sich Hyperaktivität und Impulsivität deutlich vermindern. Auch die Unaufmerksamkeit kann abnehmen, allerdings  können Aufmerksamkeitsstörungen auch persistieren. Den Schülerinnen und Schülern fällt es dann in der weiterführenden Schule weiterhin besonders schwer, den steigenden Anforderungen an Konzentration und Ausdauer gerecht zu werden.

Kategorie: FAQs für Pädagogen-Verlauf
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Welchen Einfluss hat der Schuleintritt und der Übergang in Sekundarstufe 1?

ADHS-Symptome sind meist schon vor Beginn der Schule vorhanden. Mit dem Schuleintritt nehmen diese Auffälligkeiten jedoch meist deutlich zu, weil die Kinder mit gestiegenen Anforderungen an Konzentration und Ausdauer konfrontiert werden. Beim Übergang in die Sekundarstufe 1 ändert sich die schulische Situation meist deutlich. Die Komplexität des Schulalltags nimmt deutlich zu, der Schüler ist meist mit einer größeren Anzahl an Lehrern konfrontiert, eine stabilisierende Lehrer-Schüler-Beziehung ist schwieriger aufzubauen und häufig steigen auch die schulischen Anforderungen deutlich. Aufgrund dieser Veränderungen verschärfen sich häufig die ADHS-Symptome in der weiterführenden Schule.

Kategorie: FAQs für Pädagogen-Verlauf
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Was unternehme ich, wenn ich bei einem Schüler eine ADHS vermute?

Wenn Sie im Unterricht Verhaltensauffälligkeiten von Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit beobachten, sollten Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen besprechen, die das betreffende Kind kennen und prüfen, ob Sie ebenfalls diese Auffälligkeiten beobachtet haben. Mit Hilfe von Verhaltensbeobachtungen sowie durch interkollegialen Austausch können bezüglich Stärken und Schwächen der Schüler im Arbeits-, Leistungs- und Sozialverhalten deren individuelle Entwicklung im Verlauf verfolgt und Förderkonzepte entwickelt werden. Elterngespräche sollten zeitnah und regelmäßig erfolgen, um Anhaltspunkte zu erhalten, welche Ressourcen in der Familie vorhanden sind und welcher Bedarf an Unterstützung jeweils vorliegt. Die beobachteten Verhaltensweisen sollten im Elterngespräch konkret beschrieben und es sollte besprochen werden, ob diese oder andere Auffälligkeiten in der Familie und/oder Freizeit beobachtet wurden. In den Elterngesprächen könnte dann z.B. auch die Möglichkeit einer diagnostischen Abklärung der Verhaltensauffälligkeiten angesprochen werden.

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Wie spreche ich Eltern an, wenn ich bei einem Kind einen Verdacht auf ADHS habe?

Bedenken Sie, dass viele Eltern das Thematisieren von Problemen ihres Kindes als bedrohlich erleben und dazu neigen ihr Kind fast reflexartig zu verteidigen. Eröffnen Sie daher das Gespräch zunächst möglichst mit etwas Positivem, z.B. damit, dass sich das Kind in manchen Situationen sehr bemüht, dass es viele Ideen hat oder dass es seine Gefühle offen zeigen kann. Sprechen Sie die gemeinsame Verantwortung für das Kind an und machen Sie deutlich, dass sie „in einem Boot sitzen“ und es darum geht, gemeinsam dem Kind zu helfen. Beschreiben Sie die Verhaltensprobleme des Kindes möglichst konkret, um zunächst zu überprüfen, ob die Eltern ähnliche Verhaltensprobleme beobachtet haben. Erwarten Sie keine volle Übereinstimmung zwischen Ihren Einschätzungen des Kindes und jenen der Eltern, da sich Kinder in verschiedenen Situationen sehr unterschiedlich verhalten können. Überlegen Sie mit den Eltern, was die nächsten gemeinsamen Schritte sind.

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Was kann ich als Lehrer im Unterricht tun, um die Schülerin oder den Schüler zu unterstützen?

Als LehrerIn, als ErzieherIn oder auch als BetreuerIn in anderen Kontexten haben Sie viele Möglichkeiten betroffene Kinder und Jugendliche zu unterstützen und zur Verminderung der Verhaltensprobleme beizutragen. Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass es Schülerinne und Schülern mit ADHS wesentlich schwerer als anderen fällt, ein konzentriertes, reflexives und ausdauerndes Arbeitsverhalten zu zeigen und dass sie deshalb besondere Unterstützung und Anerkennung brauchen, wenn sie sich darum bemühen. Sie sollten auch bedenken, dass die Fähigkeiten zur Selbststeuerung bei diesen Kindern eingeschränkt sind und dass sie deshalb ein höheres (und kein geringeres) Maß an Fremdsteuerung brauchen. Dies muss allerdings mehr durch klare Regeln und äußere Anreize als durch negative Konsequenzen erreicht werden. Angemessene negative Konsequenzen können dann sehr hilfreich sein, wenn sie nicht die positiven Konsequenzen übersteigen. Achten Sie darauf, eine positive Beziehung zum Kind aufrecht zu erhalten. Dies stellt häufig eine erhebliche pädagogische Herausforderung dar.

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Brauchen SchülerInnen mit ADHS nicht einfach mehr Freiraum?

Nein, mit mehr Freiraum alleine ist es meist nicht getan. Natürlich hilft den Kindern ein interessanter und auch abwechslungsreicher Unterricht. Es ist gut, wenn diese ihren Bewegungsdrang durch kurze Aktivitäten kanalisieren können. Sehr große Freiräume können die Kinder jedoch meist nicht nutzen, weil es ihnen an Selbststrukturierungsmöglichkeiten fehlt und sie von vielen Reizen abgelenkt werden.

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Soll ich die Problematik der Schülerin oder des Schülers mit der Klasse besprechen?

Meist ist es hilfreich die Problematik anzusprechen, wenn es Ihnen gelingt dies in einer Form zu tun, die das Kind nicht bloßstellt. In der Regel sind MitschülerInnen mit den Verhaltensproblemen desjenigen gut vertraut – sie wissen, dass die/ der Betreffende der Klassenclown ist, dass sie/er immer eine gesonderte Aufforderung braucht, häufig die Hefte nicht dabei hat usw. Wenn Sie dann mit der Klasse besprechen können, dass diese Schwierigkeiten darauf zurückzuführen sind, dass dises Kind sich viel mehr als andere anstrengen muss, um bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen, eben weil er Konzentrationsschwierigkeiten hat, dann ist dies eine gute Grundlage, um für das betroffene Kind spezifische Hilfen einzuführen und die Klasse um Unterstützung zu bitten.

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Gehört eine Schülerin oder ein Schüler mit ADHS in die Regelschule?

Ja, Kinder mit ADHS sind prinzipiell in der Regelschule beschulbar. Durch gezielte pädagogische Maßnahmen in der Schule und durch therapeutische Unterstützung lässt sich bei den meisten Betroffenen die Problematik soweit vermindern, dass ein Besuch der Regelschule nicht gefährdet ist. Einige SchülerInnen, insbesondere bei massiven begleitenden Störungen (z.B. ausgeprägten Störungen des Sozialverhaltens, Lernschwächen) benötigen jedoch auch sonderpädagogische Maßnahmen innerhalb der Regelschule oder auch in Förderschulen.

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Welche Rolle spielt der Lehrer im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzeptes?

Pädagoginnen und Pädagogen spielen eine zentrale Rolle bei der Lösung der Probleme, da sie das Kind tagtäglich in den für Kinder schwierigsten Situationen gegenüberstehen. Schon bei der diagnostischen Abklärung sind genaue Informationen von Pädagoginnen und Pädagogen unverzichtbar. Um die Verhaltensprobleme des Kindes in der Schule, im Kindergarten oder in der Betreuung zu vermindern sind psychologisch-pädagogische Maßnahmen vor Ort besonders wichtig. Eine enge Zusammenarbeit mit der behandelnden Therapeutin oder dem Therapeuten ist daher eine absolute Voraussetzung für eine effektive Hilfe.

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Ist eine medikamentöse Therapie immer notwendig?

Nein, viele Kinder profitieren von pädagogischen und psychologischen Hilfen so sehr, dass eine medikamentöse Therapie nicht nötig ist. Bei Kindern mit sehr starker Ausprägung der Symptomatik und wenn andere Hilfen nicht hinreichend erfolgreich waren, ist jedoch eine medikamentöse Therapie  in der Regel unverzichtbar. Eine kategorische Ablehnung medikamentöser  Therapie lässt sich nach dem gegenwärtigen Stand unseres Wissens nicht begründen. Die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie muss aber in jedem Einzelfall geprüft werden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt/Ärztin, TherapeutIn, Eltern und Pädagogen ist daher unverzichtbar.

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Welche Rolle können Pädagoginnen und Pädagogen bei der medikamentösen Therapie eines Kindes spielen?

Eine optimale medikamentöse Therapie setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt, TherapeutIn, Eltern und Lehrern voraus. Da Pädagogen das Kind kontinuierlich in den Situationen beobachten können, die dem Kind Schwierigkeiten bereiten, können sie auch sehr gut die Wirkungen und Nebenwirkungen des Medikamentes auf der Ebene des Verhaltens und der Leistungen beurteilen. Durch eine kontinuierliche Rückmeldung an den Arzt, v.a. während der ersten Wochen der Verabreichung ist eine optimale Dosierung der Medikation möglich. Häufig werden in der Zusammenarbeit Fragebögen eingesetzt, die eine möglichst genaue Rückmeldung erleichtern können. In manchen Fällen kann es nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt und den Eltern notwenig sein,  dass Pädagogen das Kind während  der Schulzeit, Kindergartenzeit oder anderer Betreuungszeiten daran erinnern diese Medikamente in der besprochenen Weise einzunehmen.

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Welche Herausforderungen ergeben sich im Bereich der Ganztagsschulen?

In den Ganztagsschulen wachsen die erzieherischen Anforderungen an das gesamte Schulpersonal, aber auch die Möglichkeiten, Kindern mit ADHS optimal zu helfen. Neben dem Leistungsverhalten tritt in Ganztagsschulen auch das Sozial- und Freizeitverhalten noch stärker in den Vordergrund. Durch eine sinnvolle Freizeitgestaltung sowie durch klare Regeln, Strukturen, Abläufe und eine warme, konsequente, ressourcenorientierte Beziehungsgestaltung können Kompensationsmöglichkeiten gefördert werden. Die Gestaltung der Freizeit neben der Hausaufgabenbewältigung stellt eine weitere Herausforderung für das pädagogische Personal dar, die häufig den Spagat zwischen den Erwartungen und Anforderungen von Schule und Elternhaus leisten müssen.