Welche Medikamente sind zur Behandlung einer ADHS zugelassen?

Am häufigsten werden so genannte Psychostimulanzien in der medikamentösen Therapie von ADHS eingesetzt. In Deutschland sind bislang nur Präparate mit dem Wirkstoff Methylphenidat zugelassen.

Man unterscheidet Methylphenidat-Medikamente mit kurzer Tageswirkdauer (Handelsnamen: Equasym® Medikinet®, Ritalin®, Methylphenidat TAD®, Methylphenidat ratiopharm®, Methylphenidat Hexal®) und Medikamente mit längerer Tageswirkdauer (Handelsnamen: Concerta®, Equasym®retard, Medikinet®retard; Ritalin®LA).

Die zweite zur Behandlung von ADHS in Deutschland zugelassene Substanz ist Atomoxetin (Handelsname: Strattera®).

Außerdem können Ärzte Amphetamin in Form von Saft oder Kapseln verschreiben, die der Apotheker herstellen muss, weil es in Deutschland bislang hierfür kein Fertigpräparat gibt.

Für die Behandlung von Kindern vor dem Alter von sechs Jahren sind diese Medikamente nicht zugelassen und auch für Erwachsene gibt es bislang noch keine generelle Zulassung für diese Medikamente. Sie können jedoch auch in diesen Altersgruppen indiziert sein. Bei Kindern vor dem Alter von sechs Jahren müssen jedoch zuvor andere therapeutische Maßnahmen ausgeschöpft worden sein.

Daneben gibt es eine Reihe anderer Medikamente, die in Einzelfällen auch zur Behandlung von ADHS eingesetzt werden können, für die es aber in Deutschland keine Zulassung für die Behandlung von ADHS gibt. Der Arzt kann diese Medikamente jedoch  in einem individuellen Heilversuch verordnen.