Prävalenzraten - Allgemein

Häufigkeitszahlen von ADHS schwanken in Abhängigkeit von den zugrunde liegenden Diagnosekriterien nach DSM-IV oder ICD-10, dem angewandten Erhebungsverfahren und der untersuchten Bevölkerungsgruppe.

Weltweit wird, nach den weniger strengen Diagnosekriterien des amerikanischen Klassifikationssystems DSM-IV, von einer durchschnittlichen Häufigkeitsrate bei Kindern und Jugendlichen von rund 5% ausgegangen, wobei mitunter auch deutlich höhere Prävalenzraten berichtet werden. Werden die strengeren Kriterien nach ICD-10 herangezogen, sinkt diese Rate auf weltweit 1-3%.

Alle Untersuchungen zeigen geschlechtsspezifische Unterschiede für die Häufigkeit von ADHS. Studien zeigen, dass im Geschlechtsvergleich Jungen deutlich häufiger von ADHS betroffen sind. Das Verhältnis schwankt zwischen 3:1 und 9:1. Die Ursachen dafür sind noch unbekannt. Es wird jedoch vermutet, dass erbliche Faktoren hierfür hauptsächlich verantwortlich sind.

Fakt ist, dass Jungen deutlich häufiger als Mädchen zur Diagnose und Therapie vorgestellt werden. Dies liegt vermutlich daran, dass Jungen häufiger die "lärmenderen" Symptome aufweisen. Sie also Hyperaktivität und Impulsivität häufiger zeigen als Mädchen.

Und auch bei den koexistierenden Störungen und Problemen zeigen Jungen häufiger die störenderen Symptome wie aggressives und oppositionelles Verhalten. Mädchen zeigen demgegenüber etwas häufiger Unaufmerksamkeit und emotionale Probleme, wie Verträumtheit, Unsicherheit oder Traurigkeit, wenn auch dies nicht alle Studien belegen können.